Am 12. September 2025 wurden die Vielfalter-Literaturpreise in den Kategorien veröffentlichtes Bilderbuch, veröffentlichter Kinderroman und unveröffentlichtes Kinderroman-Manuskript verliehen. Wir gratulieren allen Gewinner*innen!
Die 2025 mit dem Vielfalter ausgezeichneten Werke sind:
“Genug gebrüllt Löwe – Jetzt bestimmen wir!”
Günther Jakobs (Autor und Illustrator)
Aus der Jurybegründung:
Das Bilderbuch zeigt, wie eine Gesellschaft mit Begegnungen auf Augenhöhe und gegenseitigem Respekt funktionieren kann. Die mit viel Charakter und Witz erzählte Geschichte lädt dazu ein, die Tiere in ihrer Verschiedenheit kennenzulernen, mit ihnen zu lachen und zu lernen.
Die Geschichte vom Löwen und den verschiedenen Tieren der Savanne ist am Ende eine von gesellschaftlicher Teilhabe, zivilem Engagement und gelebter Gleichberechtigung. Sie erinnert uns daran, dass unser friedliches Zusammenleben ein Imperativ ist und wir uns um unsere Rechte, unsere Freiheit und letztlich auch um den Schutz unserer Menschenwürde aktiv bemühen müssen.
“Rappel im Karton”
Mandy Schlundt (Autorin u. Illustratorin)
Aus der Jurybegründung:
Es gibt viele Bücher über Freundschaft, doch „Rappel im Karton“ von Mandy Schlundt ist ein außergewöhnliches: es erzählt von Zahra, die neu in Berlin ist, und ihrer Freundin Nike – die beiden sind in vieler Hinsicht ganz unterschiedlich und gehören doch zusammen. Es gelingt Schlundt, Themen wie Alltagsrassismus, Wohnungsnot und kulturelle Vielfalt realistisch und zugleich kindgerecht zu erzählen, ohne je belehrend zu wirken. Ein Buch, das zeigt, wie Kinder trotz ihrer Unterschiede gemeinsam wachsen und voneinander lernen können.
„Rappel im Karton“ ist ein Buch voll Herz, feinem Humor und mit einer schönen und sehr aktuellen Botschaft: Nicht nur, dass Gegensätze sich anziehen, sie können auch voneinander lernen und aneinander wachsen – wenn man aus der eigenen Komfortzone tritt, sich lernt zu vertrauen und wenn es mal schief läuft auch: entschuldigt und verzeiht.
“Die gehörnte Prinzessin”
Maja Ilisch
Aus der Jurybegründung:
„Die gehörnte Prinzessin“ von Maja Ilisch ist ein wunderbares Märchen, dass mit viel Ironie und Witz erzählt, dass “anders” sein gar nichts Schlimmes ist. Wir mochten die Leichtigkeit, mit der ernste und manchmal schwierige Themen verständlich und trotzdem ohne Fingerzeig in die Geschichte gewoben sind.
In “Die gehörnte Prinzessin” sind es Kinder mit Hörnern, Katzenohren, Schnäbeln und Geweihen, die “anders” sind und in irgendein Internat gesteckt werden, damit man sie nicht sieht. In unserer Welt sind es keine Hörner, sondern Behinderungen, sichtbar oder nicht, keine Katzenohren, sondern Hautfarbe, keine Schnäbel, sondern Migrationshintergrund, keine Geweihe, sondern eine Regenbogenflagge.